In meiner Reihe "Aufgewachsen in Nürnberg – Lebendige Kindheitserinnerungen" möchte ich Euch heute mit in den Nürnberger Stadtpark nehmen. Dieser war fast schon meine zweite Heimat. Wir haben in Johannis gewohnt und immer wenn meine Mutter meinte, die Kinder müssten mit spazieren gehen, führte uns unser Weg zum Nürnberger Stadtpark. Der war dank der Spielplätze gar nicht mal so schlecht. Einen Kiosk gab´s auch – der beste Ort, um Mutter gehörig auf die Nerven zu gehen und nach einem Eis oder sonstigen Süßigkeiten zu verlangen. Dann war da noch der Neptunbrunnen, in den man schon mal reinfallen konnte, und der Stadtparkweiher, der im Winter zum Schlittschuhlaufen einlud – das aber ist eine andere Geschichte.
Ca. Mitte September, als der Herbst langsam Einzug hielt, konnte ich es immer kaum erwarten, in den Stadtpark zu kommen. Der Grund: Die Kastanien waren reif und man konnte sie prima sammeln. Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen: Im Herbst 1981, ich war gerade elf Jahre alt geworden, fing der Herbst mit einem mächtigen Sturm schon recht zeitig an. Das war mir nur recht, denn bewaffnet mit vier (!) Plastiktüten zog ich in den Stadtpark, um Kastanien zu sammeln. Es lagen verdammt viele herum – wo die Bäume standen, das wusste ich! Und dann ging das Kastaniensammeln los. Drei Tüten waren sehr schnell voll, die vierte Tüte schaffte ich noch bis zur Hälfte, nachdem ich mit einem Stock noch so einige Kastanien von den Bäumen holte. Stolz kam ich mit dreieinhalb Tüten Kastanien zuhause an!
Meine Mutter schlug die Hände über dem Kopf zusammen, fragte mich, ob ich denn ein bisschen spinne und was ich mit so vielen Kastanien wolle. Darüber hatte ich mir allerdings keine Gedanken gemacht. Wenn ich so recht überlege, dann hab ich davon glaub ich, ein Kastanienmännchen gemacht, den Rest hab ich weggeworfen, nachdem sie irgendwann zu schimmeln begannen. Wenn Ihr Euch noch an den Herbst 1981 erinnern könnt und Euch gewundert habt, warum es im Stadtpark keine Kastanien mehr gab, die hatte ich alle!
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