Streit um einen Nürnberger: Albrecht Dürer entzweit Bayern

07.02.12 | Holger Schossig
kultur, nürnberg, albrecht dürer
Streitobjekt, Selbstbildnis im Pelzrock, Albrecht Dürer
Streitobjekt: Das Selbstbildnis im Pelzrock von Albrecht Dürer. Foto: wikipedia

Oh oh, da geht es mal wieder ganz schön rund zwischen den Franken und den Bayern. Dass immer wieder mal gefrotzelt wird, das ist ja nun nichts Neues, was momentan zwischen Nürnberg und München aber abgeht, ist beispiellos! Stein des Anstoßes ist der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, besser gesagt sein "Selbstbildnis im Pelzrock", eines der bekanntesten Werke des Künstlers. Dieses gehört der Wittelsbacher Landesstiftung mit Sitz in München, die es in der Alten Pinakothek dauerhaft ausstellt. Böse Zungen behaupten, dass die Münchner den Franken dieses Kunstwerk gemopst hätten. Tatsächlich ist es aber so, dass die Stiftung als Eigentümer aller Kunstwerke gilt, die die Wittelsbacher vor 1800 erworben haben. Ob und inwieweit das damals alles mit rechten Dingen zugegangen ist, kann und will ich nicht beurteilen.

So, warum aber nun die ganze Aufregung? Das Kunstwerk ist schließlich ja schon eine sehr lange Zeit in München zu finden. Nun, hier kommt das Germanische Nationalmuseum ins Spiel. Vom 24. Mai bis zum 2. September wird man dort nämlich eine Ausstellung unter dem Titel "Der frühe Dürer" zeigen. Da Albrecht Dürer das "Selbstbildnis im Pelzrock" im Jahr 1500, also im Alter von 29 Jahren gemalt hatte, gehört es einfach in diese Ausstellung. Das meinen nicht nur die Verantwortlichen des Museums, vermutlich sehen das auch alle Franken so. Nicht aber die Münchener!

Nun könnte man annehmen, dass es keine große Sache wäre, das Bild für ca. drei Monate nach Nürnberg auszuleihen. Doch da hat die Wittelsbacher Landesstiftung ihre Prinzipien, gehört das Bild doch zu den Kunstwerken, die nicht verliehen werden. So, und nun? Nun schaut Nürnberg dumm aus der Wäsche und schimpft auf München. Die Politik hat sich auch schon versucht einzuschalten, bisher ergebnislos. Was kein Wunder ist, da es sich bei der Wittelsbacher Landesstiftung um eine Stiftung des öffentlichen Rechts handelt und die Politiker in diesem Falle zwar Empfehlungen aussprechen können, aber keine Anordnungen. So darf man gespannt sein, wie dieser Streit weitergeht. Ich als Franke möchte in diesem Zuge gerne einen Gruß nach München schicken und sagen: "Seid halt ned so, Ihr kriegt´n ja wieder."

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